Social Media Guidelines

Social Web heißt Freiheit – Freiheit darf gestaltet und soll gelebt werden.
Richtlinien, Empfehlungen und Verhaltenstipps für Mitarbeitende

Präambel

Diakonie ist Christsein in der Öffentlichkeit. Soziale Netzwerke (Social Web) bieten weitere Plattformen, um sich für andere stark zu machen. Hier können wir Menschen wahrnehmen und denen begegnen, die in Not, Leid und Schwäche Hilfe suchen. Gleichzeitig kann es gelingen, Unterstützer zu finden und jenen ein Forum zu geben, die nicht gehört werden.  Auch durch Kommunikation im Netz schaffen wir Vertrauen und Transparenz.

Diese Guidelines bzw. Richtlinien für Soziale Netzwerke adressieren sich an alle hauptamtlich und ehrenamtlich Mitarbeitenden und an der Arbeit und den Zielen der Diakonie Interessierten, Bewohner von Einrichtungen, Patienten sowie Klienten und für alle, die mit Diakonie und ihren Zielen in Verbindung stehen.

1. Sie übernehmen Verantwortung, wenn Sie sich öffentlich äußern. 
Das Social Web lebt von Freiheit, Gestaltung und Verantwortung. Wann immer Sie im Social Web kommunizieren: Sie sprechen für sich. Sie senden Beiträge, Kommentare, “Likes”, Fotos, Videos und Re-Tweets in Ihrem Namen und auf Ihre Verantwortung. Denken Sie daran, dass Ihre Freiheit dort endet, wo die anderer berührt ist.

Schreiben Sie in Ihrem Profil, wer Sie sind und geben Sie sich als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin Ihrer Organisation zu erkennen. Machen Sie auch klar, dass Ihre Äußerungen privat und nicht-dienstlich sind. Offizielle Statements und Mitteilungen Ihrer Organisation laufen weiterhin über die offiziellen Kanäle. Trotzdem sind und bleiben Sie Botschafterin oder Botschafter Ihrer Organisation und hinterlassen einen ersten oder bleibenden Eindruck und somit eine Visitenkarte.

2. Bleiben Sie besonnen, authentisch, wahrhaftig und transparent.
Kommunikation im Social Web ist oft auch Kommunikation in Echtzeit. Wenn es in Diskussionen hoch hergeht, entschleunigen Sie. Bleiben Sie sachlich, freundlich und wertschätzend. Besonnenheit ist wichtig, um gekonnt und souverän reagieren zu können.

Bleiben Sie echt und verstellen Sie sich nicht. Spielen Sie mit offenen Karten und machen Sie klar, wer sie sind. Erwecken Sie nicht den Eindruck, jemand (oder etwas) anderes zu sein.

Fehler passieren uns allen. Sollte Ihnen etwas durchrutschen, stehen Sie dazu. Löschen Sie fehlerhafte Beiträge nicht “einfach so”. Besser ist es, wenn Sie ihn erkennbar korrigieren. Stoßen Sie auf Fehler anderer, weisen Sie sie freundlich und sachlich darauf hin.

Lassen Sie sich nicht ärgern oder provozieren – reagieren Sie gelassen und vergessen Sie nicht: Am anderen Ende sitzt immer ein Mensch.

3. Beachten Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen.
Das Social Web ist kein rechtsfreier Raum. Ihr Arbeitsvertrag, aber auch das Arbeits-, Urheber- und das Persönlichkeitsrecht gelten auch online. Was in der Offline-Welt nicht erlaubt ist, dürfen Sie auch nicht im Social Web. Verbreiten Sie am besten eigene Inhalte, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Wenn Sie bei Beiträgen, Fotos und Videos von Dritten unsicher sind, fragen Sie nach. Wenn Ihre Fotos und Videos andere Menschen zeigen: Fragen Sie sie vorher um Erlaubnis. Wenn möglich halten Sie die Erlaubnis zur Nutzung in Ihren Unterlagen fest.

4. Vertrauliches bleibt vertraulich.
Trotz vielfältiger technischer Möglichkeiten der Verbreitung: Im Social Web sind die Privatsphäre und das Dienstgeheimnis unbedingt zu achten – jedem gegenüber. Personenbezogene Daten und Interna genießen einen besonderen Schutz. Einmal veröffentlichte Informationen lassen sich in der Regel nicht mehr vollständig entfernen. Der prüfende Blick vor einem Beitrag ist sinnvoll, damit Vertrauliches vertraulich und Privates privat bleibt.

5. Äußern Sie Kritik konstruktiv und respektvoll.
Nicht jeder Beitrag im Netz ist sachlich und freundlich formuliert. Achten Sie darauf, dass Sie allen Aussagen respektvoll gegenüber treten und die Kritik von Dritten wertschätzen. Nutzen Sie für Ihre eigenen Bemerkungen ausschließlich eindeutige und sachbezogene Formulierungen. Weisen Sie die für den Social Web Einsatz zuständigen Kolleginnen und Kollegen daraufhin, wenn etwas ausufert oder nicht den gängigen Regeln entspricht. Wenn eine Diskussion die konstruktive Ebene verlassen hat, dürfen Sie sie beenden. Auch im Social Web gilt das Hausrecht auf Ihren eigenen Profilen und Kanälen.

6. Verbreiten Sie Inhalte der Diakonie und unterstützen Sie uns.
Eine Beschäftigung in Reihen der Diakonie ist für die meisten Mitarbeitenden mehr als nur ein Job. Indem Sie die durch Ihre Organisation erstellten Beiträge weiterverbreiten, helfen Sie der gemeinsamen Sache und tragen entscheidend dazu bei, noch viele weitere Menschen von der Arbeit der Diakonie zu begeistern.

Erst durch das Teilen, Verbreiten und Lesen durch viele Menschen ist das Social Web erfolgreich. Dies kann durch einen kleinen Klick (“Like” oder “Retweet”) geschehen oder aber durch die Erstellung von eigenen Beiträgen auf Ihrer eigenen Präsenz oder einer Präsenz eines Dritten. Sollten Sie Hilfe benötigen, so helfen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen des zuständigen Fachbereichs gerne weiter.

7. Sorgen Sie für Sicherheit.
Im Social Web gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Anbieter und Plattformen. Achten Sie darauf, dass Sie mit den Sicherheitseinstellungen vertraut sind. Öffnen Sie Ihre Einstellungen ausschließlich für Dienste und Personen-(gruppen), denen Sie vertrauen. Veröffentlichen Sie nur Daten von und über sich, die Sie gerne geteilt haben möchten.

8. Kennen und beachten Sie die Umgangsformen im Netz.
Machen Sie sich mit den Gepflogenheiten und Umgangsformen der jeweiligen Plattform vertraut, um sich dort sicher bewegen zu können. Mit Hilfe dieses Wissens verstehen Sie Ihr Gegenüber besser und die Kommunikation fällt Ihnen leichter.

9. Nehmen Sie nicht alles ernst.
Im Social Web gibt es jede Art von Humor. Lustige Inhalte werden gerne weiterverbreitet. Nehmen Sie sich und andere deshalb nicht zu ernst. Mit Gelassenheit geht es leichter durchs Social Web!
Zeigen Sie Humor, insbesondere wenn es zu Meinungsverschiedenheiten oder Auseinandersetzungen kommt. Aber denken Sie daran, dass Humor, Ironie und Sarkasmus unterschiedlich aufgefasst werden. Die eigene Freiheit endet dort, wo andere Menschen verletzt werden.

10. Fragen Sie nach.
Wenn Sie sich nicht ganz sicher sind: Sprechen Sie mit den Fachleuten in Ihrem Haus darüber und nutzen Sie deren Kompetenz.

Stand: 30. Juni 2015

6 Gedanken zu „Social Media Guidelines&8220;

  1. Zu Beginn der Guidelines (also in der Präambel oder noch davor) sollte eine Aussage stehen, wer die Adressaten sind – also im Grunde das, was im Blogeintrag „Für wen gelten die Guidelines?“ steht.

    Dabei sollte auch klar werden, in welcher Rolle Mitarbeitende der Diakonie auftreten, wenn sie in Sozialen Netzwerken aktiv sind – im Sinne von: „… erklären unsere guten Gründe und bieten eine Deutung an“.

  2. Unter 7. gibt es eine kleine sprachliche Ungenauigkeit: Entweder die „scheinbar komplizierten“ oder die „kompliziert aussehenden“ Sicherheitseinstellungen – nicht beides. Im ersteren Fall sind sie nicht wirklich kompliziert, im letzteren möglicherweise schon.

  3. Unter 9. ist von Humor, Ironie und Sarkasmus die Rede. Letzteres hat m.E. in diakonischer Kommunikation grundsätzlich nichts zu suchen! Klar gibt es immer Leute, die Dinge falsch verstehen oder falsch verstehen wollen, aber Sarkasmus würde ich hier gar nicht erst als Möglichkeit aufführen.

  4. Zu 10. würde ich in Anlehnung an Pilatus anmerken: Was ist Klarheit? Die Aussage „um Klarheit zu schaffen“ klingt (gerade am Ende der gesamten Guidelines!) so universell, als ginge es gewissermaßen um alles – ich würde stattdessen „um Unklarheiten zu beseitigen“ oder „um die Dinge zu klären“ schreiben.

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